Kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Altbach
Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 23. September 2025 den kommunalen Wärmeplan der Gemeinde Altbach mit den darin enthaltenen Maßnahmen beschlossen.
Den Abschlussbericht dazu finden Sie im anschließenden Link:
Was ist Kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, mit dem Städte und Gemeinden den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung systematisch vorbereiten und gestalten. Dabei steht die zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie können die Gebäude in unserer Gemeinde zukünftig klimafreundlich und zukunftssicher beheizt werden?
Wärme macht den größten Teil des Energieverbrauchs in Deutschland aus – insbesondere durch Heizung und Warmwasser in Wohngebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbebetrieben. Mit dem nun vorliegenden Wärmeplan verfolgt die Gemeinde Altbach das Ziel, die lokale Wärmeversorgung schrittweise zu dekarbonisieren, also von fossilen Energieträgern (wie Öl und Gas) auf erneuerbare Energien und nachhaltige Wärmequellen umzustellen.
Warum ist ein kommunaler Wärmeplan sinnvoll?
Die Energiewende im Wärmesektor ist eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre. Der fertiggestellte Wärmeplan bietet dafür eine Orientierung und verlässliche Planungsgrundlage:
- Zielgerichtete Orientierung: Er zeigt auf, welche Gebiete sich vorrangig für bestimmte Versorgungsformen eignen – etwa für den Ausbau von Wärmenetzen oder für dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen.
- Transparenz für Bürgerinnen und Bürger: Der Plan bietet Orientierung für private und gewerbliche Investitionsentscheidungen, beispielsweise bei der anstehenden Wahl einer neuen Heizungsanlage.
- Koordination und Effizienz: Gemeindeverwaltung, Energieversorger und Planungsbüros stützen sich auf ein gemeinsames Zielbild und können Synergien optimal nutzen.
- Beitrag zum Klimaschutz: Die Ergebnisse unterstützen die Erreichung der kommunalen sowie der übergeordneten Klimaziele.
Wie ist der Wärmeplan aufgebaut?
Der kommunale Wärmeplan der Gemeinde Altbach gliedert sich in folgende Bestandteile:
- Einleitung
- Datenerhebung: Darstellung der Vorgehensweise, des Datenschutzes sowie der Datenaufbereitung und -qualität
- Bestandsanalyse: Erfassung des aktuellen Wärmebedarfs im Gemeindegebiet, der bestehenden Infrastruktur sowie der eingesetzten Energieträger
- Potenzialanalyse: Bewertung der lokalen Potenziale erneuerbarer Energien (z. B. Umweltwärme, Geothermie, Solarthermie und Abwärme) sowie möglicher Effizienzmaßnahmen
- Zielszenario: Entwicklung eines konkreten Zielbildes für eine nahezu klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040
- Wärmewendestrategie: Handlungsstrategie zur Umsetzung des Zielbildes (u. a. durch den Ausbau von Wärmenetzen, Fördermaßnahmen und planerische Vorgaben)
- Akteursbeteiligung
- Schlussbetrachtung
Wie geht es nun weiter? Umsetzung und Ausblick
Mit der Fertigstellung des Wärmeplans ist der erste wichtige Schritt getan – die eigentliche Arbeit der Umsetzung beginnt jetzt:
- Schrittweise Abarbeitung der Maßnahmen: Der Wärmeplan enthält konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmebündel. Diese werden nun sukzessive von der Gemeinde geprüft, priorisiert und in die Umsetzung gebracht.
- Dynamischer Prozess: Die kommunale Wärmeplanung ist kein starres Dokument, sondern ein lebendiger, dynamischer Prozess. Technologischer Fortschritt, neue gesetzliche Rahmenbedingungen sowie veränderte Marktbedingungen erfordern eine regelmäßige Überprüfung und spätere Fortschreibung der Planungen.
- Keine rechtliche Verpflichtung für Eigentümer: Wichtig zu wissen: Der kommunale Wärmeplan stellt eine strategische Orientierung dar und begründet noch keine unmittelbare rechtliche Verpflichtung oder Umbaupflicht für private Gebäudeeigentümer. Er dient als Richtschnur und Entscheidungshilfe für zukünftige Vorhaben.