Gemeinde Altbach

Seitenbereiche

Navigation

Neues aus dem Rathaus

Großer Andrang bei der Einweihung des Rathauses

„Haben wir vielleicht doch zu klein gebaut?“ Ob des Riesenandrangs bei der feierlichen Einweihung im neuen Rathaus von Altbach beschlichen einige Bürger dann doch (nicht ganz ernst gemeinte) Zweifel. Nein, hat man natürlich nicht, wenn auch der neue Ratssaal im lichtdurchfluteten Erdgeschoss für dieses Mal nicht ausreichte, um all die Gäste der Einweihung zu fassen. Selbst im Eingangsbereich reihten sich die Zuhörer, als Bürgermeister Martin Funk am vergangenen Samstag die Einweihungszeremonie am Rathaus eröffnete.
Schon in den 1990er Jahren war klar, dass das bisherige Rathaus, bzw. die Rathausgebäude der Zusammenschluss aus „altem“ und „neuem“ Rathaus nicht dem entspricht was unter einem guten Verwaltungszentrum mit guten Arbeitsbedingungen zu verstehen ist. Der Raumzuschnitt und die Raumkonzeption sind ungünstig, und nicht mehr zeitgemäß, die Büros waren mehr oder weniger aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, Barrierefreiheit und somit teilhabe von Personen mit Handicap war nicht gegeben, der Brandschutz war nicht auf dem aktuellen Stand - um nur ein paar Schwächen aufzuzählen.
Als Ausgangspunkt für den Neubau des Rathauses an diesem Standort kann rückblickend das Jahr 2002 genommen werden in dem sich der Gemeinderat gegen das geplante Vorhaben eines Mehrfamilienhauses mit vier bis fünf Stockwerken in so prominenter Lage im Ortskern aussprach. Wobei zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden war ob man das bisherige Rathausensemble auf den neuesten Stand bringt, oder ein neues Rathaus erstellt wird.
Eines war jedoch damals schon klar; der Platz auf dem das Rathaus nun steht musste entwickelt werden und 2006 wurden die Häuser an der Esslinger Straße abgebrochen, da sie nicht mehr verkehrssicher waren.
Pläne auf diesem Gelände Wohn- und Gewerbebebauung zu ermöglichen erwiesen sich nicht als tragfähig, denn schon damals zeigte sich ein Trend ab, der sich immer mehr verstärkt und leider immer sichtbarer wird, dass Läden und Geschäfte innerorts zumachen, mehr und mehr Schaufenster bleiben leer.
Um zu entscheiden, wie es mit den Altbacher Rathäusern weitergeht wurde das Architekturbüro Germaschewski und Straka mit einem Gutachten über den Zustand des Rathauses beauftragt, um zu klären welche Maßnahmen zu veranlassen sind und wie es sich alternativ mit einem Neubau verhält. Im zweiten Schritt wurde im Jahr 2012 die Steg mit der Projektentwicklung beauftragt.
Das Ergebnis wurde dem Gemeinderat vorgestellt und am 23. Juli 2013 wurde die grundlegende Entscheidung getroffen, dass Altbach ein neues Rathaus erhält.
Nachdem der Beschluss zum Neubau feststand, fand ein beschränkter Architekturwettbewerb mit 20Teilnehmern statt. Als Wettbewerbssieger ging das Büro Glück und Partner hervor. In der Beurteilung des Preisgerichts heißt es auszugsweise:
„Rathausplatz und das neue Rathaus bilden den Auftakt zur Ortsmitte und zeigen sich deutlich an der Esslinger Straße. Das historische Gebäude des alten Rathauses bildet die wichtige Platzkante im Süden, und im Norden ragt das Wohn- und Geschäftsgebäude mit seinem Zugangsbereich gut sichtbar in den Platzraum hinein.“
Bevor es jedoch zum gemeinsamen Spatenstich von Rathaus und Haus der Gesundheit im Juli 2016 kam war der aufgestellte Terminplan zur Fertigstellung des Rathauses schon Makulatur. Grund hierfür waren der Rückgang der Gewerbesteuer-einnahmen und vor allem die verzinsten Gewerbesteuerrückzahlungen, die die Gemeinde über die nächsten Jahre fordern wird und die das ganze Projekt erneut auf den Prüfstand stellte. Aufgrund des Planungsfortschritts und den damit einhergehenden Kosten wäre eine Beendigung des Vorhabens zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr zu rechtfertigen gewesen. Stattdessen hat man sich auf einige Kostenreduzierungsmaßnahmen verständigt.
Bürgermeister Funk bedankte sich beim Land Baden-Württemberg, die durch die Mittel aus der Städtebauförderung einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung der Maßnahme leisteten und stellte fest, dass ein wundervolles Gebäude nebst Platz entstanden ist, dessen ganze Möglichkeiten erst noch richtig entdeckt und entwickelt werden wollen. Er führte weiterhin aus: „Es ist ein Gebäude entstanden in dem nun die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat seinen Platz haben und den zentralen Ort der Gemeinde darstellt. Es ist jedoch nicht nur ein Gebäude entstanden, es hat durch die offenen, hellen, transparenten und klaren Strukturen sowie den guten Arbeitsbedingungen die Arbeit der Gemeindeverwaltung positiv beeinflusst und wird diese weiterentwickeln. So wurde unter anderem der Bürgerservice als zentrale Anlaufstelle eingerichtet und die Öffnungszeiten wurden bedarfsgerecht angepasst. Es repräsentiert die Gemeinde und vor allem ist es ein Gebäude der Menschen einer Gemeinde. Ein Gebäude von und für die Bürgerinnen und Bürger, dass auch von ihnen mit Leben gefüllt werden soll und nicht nur durch den Gang zum Amt. Ich wünsche mir, man kommt gerne und fühlt sich wohl und das zu unterschiedlichen Gelegenheiten. Unser Wunsch ist, dass sich unser Rathaus zu dem entwickelt was es sein soll, ein Haus des Rats, der Ratschläge und der wichtigen und richtigen Entscheidungen zum Wohle der Allgemeinheit, der Menschen und Altbachs. Ein Ort der Begegnung, von dem positive Impulse für die Gemeinde und die Menschen ausgehen“.
Zum Abschluss seiner Rede bedankte sich Bürgermeister Martin Funk bei all denjenigen, die zur Realisierung des Rathauses beigetragen haben.
Landrat Heinz Eininger gratulierte zum „herausragenden schönen Rathaus“ und überbrachte eine Serigrafie von Anton Stankowski, der das Logo der Deutschen Bank und des Landkreises entworfen hat.

Nach einem Grußwort durch Frank Friesecke von der Stadtentwicklung Südwest (STEG) erläuterte Architekt Martin Ritz vom Architekturbüro Glück und Partner die architektonischen Überlegungen. Städtebaulich wichtig war ein angemessener Rathausvorplatz, in dem man das Rathaus mit seiner länglichen Form an die westliche Grenze rückt. So entstand der Rathausvorplatz als Ende und Übergang zur Bachstraße, mit Blick auf das alte Rathaus, verbunden mit dem Thema Wasser, das in einer Wasserharfe auf dem Platz versinkt und gegenüber im Quellbrunnen wieder auftaucht.
Die Lage des Ratssaals wurde ins Erdgeschoss gelegt um maximale Bürgerfreundlichkeit auf Bürgerebene zu schaffen. Moderne Ratssäle sollen Bürgersäle sein, deswegen ist eine Lage auf Platzniveau ideal für eine multifunktionale Nutzung.
Maximale Bürgerfreundlichkeit wurde auch im neuen Bürgerbüro im Erdgeschoss erreicht. Hier wurde eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die hell durchleuchtet und transparent ist. Die gewählten Materialien – außen Kalksteinfassade, innen helles Holz und helle Putzflächen – sind nachhaltig und für ein öffentliches Gebäude angemessen, so dass man sie auch noch in 20 Jahren ansehen kann. Als Geschenk überreichte Architekt Ritz ein Gemeindewappen für den Sitzungssaal, das Bürgermeister Funk umgehend auf der hohen Leiter enthüllte.

„Weisheit, Tatkraft und Mitmenschlichkeit“ bat Pfarrer Gunter Weiß zusammen mit seinem kath. Kollegen Bernhard Ascher und nahm die kirchliche Segenshandlung vor.
Beim anschließenden Tag der offenen Tür konnten die neuen Räumlichkeiten besichtigt werden. Die musikalische Umrahmung wurde durch den Musikverein Altbach und dem Akkordeonorchester vorgenommen, die Verpflegung und Bewirtung teilten sich die Freiwillige Feuerwehr und der Arbeitskreis Asyl. 

Gemeinde Altbach
Esslinger Straße 65
73776 Altbach
07153 7007-0
07153 7007-11
E-Mail schreiben
Schrift